Ein Flirt mit Elmar …
Das Leitz Elmar 90mm 1:4 M39 an der E-P1

Oktober 21st, 2009

Elmar ist schon etwas älter, jenseits der 50, wohl 1956 geboren und auch schon ein wenig ergraut. Schaut man ihn sich an, so entdeckt man die Spuren eines halben Jahrhunderts an ihm und manches, wie seine Vergütung ist recht einfach. Er wahrt die Fasung, wo doch gerade diese etwas lädiert ist. Doch das Wesentliche an ihm ist noch immer glasklar, kratzer- und pilzfrei, bis auf minimale Putzspuren. Die etwas lädierte Fassung  führte dazu, das Elmar billig verschleudert wurde.

Leitz Elmar M39 90mm 4,0

In diesem Zustand macht Elmar sich nun an die hübsche Pen heran! Ob das so passt, ein alter Herr und eine schicke junge Diva? Jedenfalls gehen die beiden erst einmal zusammen spazieren. Mal schauen, was dabei so rauskommt.

Elmar02: Allein auf der Bank …

Zwar ist Elmar knackscharf, wenn man den Punkt beim manuellen Fokussieren mit der Lupe von der Pen endlich gefunden hat, aber es stellt sich doch die Frage: Wird er allein auf der Bank bleiben? Oder ziehen er und die Pen in zukunft gemeinsam los und die Bank bleibt leer?

Elmar-03: Dei leere Bank

Hier sieht Elmar richtig gut aus, allerdings muss man dazu anmerken, das er zwar ein richtig scharfer kleiner Silberner ist, aber das Kontrastprogramm doch recht zu wünschen lässt, deshalb musste ein Freund mit dem Photoshop ein wenig nachhelfen. Ausserdem mag Elmar Streu- und Gegenlicht gar nicht, hier macht sich seine einfache Vergütung bemerkbar. Es legt sich schnell ein blauer Schleier (trotz Spätnachmittagssonne) übers Bild. Ist das der berühmte “Leica Glow”?

Elmar-04 Out of Cam

Allerdings hat dieser Look von Elmar auch seinen eigenen (morbiden?) Charme. Den Kontrast ein wenig verstärkt und die Tonwerte etwas angewärmt und Elmar macht auf einmal eine ganz gute Figur.

Elmar-05 Alter Charmeur

Als Fazit bleibt:

Elmar bereitet meiner Pen Spass. Sie freut sich den alten Silberling bei sich zu haben. Er passt locker in die zweite Jackentasche und liefert bei statischen Motiven, besonders in S/W sehr gute Bildergebnisse bei minimaler Nachbearbeitung.

Er wird ein guter väterlicher Freund werden, aber kein enger Lebenspartner, denn dazu ist das manuelle Fokussieren mit der Sucherlupe auf dem Display doch recht mühsam, freihand bei 180mm Kleinbild-Äquivalent. Hinzu kommt die sehr hohe Streulichtanfälligkeit.

Elmar-07 Die leere Bank II

Eigentlich gehört Elmar an eine echte Messucherkamera, doch leider ist mir diese digital noch zu teuer (Es sei denn jemand spendet eine Epson R-D1 oder eine M8) und analog macht das Fotografieren nur halb so viel Spass.

Elmar-06 Ein letztes Bild

Nachtrag: Elmar hat mich nun doch verlassen. Er musste einem Panasonic 45-200er Tele mit Autofocus weichen und lebt nun in Luxemburg.

Der Keks ist da!
Das Panasonic 20mm 1,7 an der Olympus Pen

Oktober 15th, 2009

Am Dienstag kam endlich mein langerwarteter Keks, das Panasonic 20mm 1:1,7 Pancake. Ich bin dann gleich mal losgezogen und habe die hübsche kleine Optik ausprobiert. Dies geschah bei einem kleinem Spaziergang im Nieselregen über unseren “Alten Friedhof”.

Alter Fiedhof 1

Alle hier  gezeigten Bilder sind bei Offenblende entstanden und mich hat die Bildqualität dieses kleinen Objektivs wirklich überzeugt.

Alter Friedhof 02

Durch die grosse Öffnung ist es trotz des relativ kleinen Sensors bei Micro-Four-Thirds möglich  mit der Schärfentiefe zu spielen. Qualitativ ist das Objektiv uneingeschränkt offenblendtauglich (Wer dazu Zahlen will, der lese den Test bei dpreview.com).

 Alter Friedhoh 03

Der Autofokus bewegt sich geschwindigkeitsmässig zwischen dem Speed des Olympus Kit Zooms und der Geschwindigkeit des Panasonic 14-45gers an der E-P1.

Mein Fazit:
Diese kleine und feine Optik hat ihren festen Platz in meiner Fototasche, bzw. Jackentasche gefunden.

Alter Friedhof 04

Die Olympus E-P1 Pen:
Not a compact. Not an SLR. It´s a PEN.

August 24th, 2009

Irgendwie wurde mir die 5D als “Immerdabeikamera” etwas zu schwer. Meine Frau beschwerte sich auch schon über den “Eumel” mit Handschlaufe an der rechten Hand.

Da kam die neue Olympus Pen gerade recht. Ein kleines Gehäuse mit verhältnismässig grossem Sensor und vernünftiger Bildqualität. Mit dem Kitzoom ist sie  gut in/an einer Hand zu tragen. Dank Wechselobjektiven kann man sie an seine fotografischen Bedürfnisse anpassen.

Pen-1Olympus Pen bei Photo Schneider in Kirchheim im Schaufenster

Nun habe ich diese kleine Kamera seit ca. 2 Wochen und möchte hier meinen Ersteindruck kundtun:

Positiv:

  • Sehr gute Bildqualität direkt aus der Kamera: Wenn man die Kamera umstellt auf JPG SF (Superfine) so liefert sie direkt aus der Kamera Bilder mit feinster Farbabstimmung und sehr guter Dynamik. Die Farbwieder gabe erinnert mich hierbei an die gute alte EOS D60. Die beste Dynamik hat sie übrigens bei ISO 200, Empfindlichkeiten darunter werden mit einer Einschränkung des Dynamikumfanges erkauft.
  • Der Sensor im Four Thirds Format bietet (beschränkte) Freistellungsmöglichkeiten: Man hat gemessen am Vollformat eine Schärfentiefe wie 2 Stufen weiter abgeblendet.
  • Umfangreiche automatische und manuelle Einstellmöglichkeiten: Diese Kamera hat (fast) alles, was das Fotografenherz begehrt. Man kann über die Individualeinstellungen und Bildstile die Kamera an die eigenen fotografischen Gewohnheiten anpassen.
  • Gute Bedienbarkeit: Die Menues sind auch für mich als “Canoniker” leicht erfassbar und übersichtlich gestaltet. Durch die zwei Wahlräder kann manEinstellungen ähnlich flexibel gestalten wie bei einer ein- oder zweistelligen EOS. Das heisst, man muss im fotografischen Alltag nur selten während des Fotografierens in die Menues hinein.

Biene auf BlüteBlüte im Garten der FBS

  • Insgesamt sehr gute und wertige Verarbeitung: Die Olympus E-P1 hat eine gute Haptik und ist solide verarbeitet. Nicht nur das Design erinnert bewuss an die PenF Halbformat-SLR,  auch die Haptik des Gehäuses mit seiner Metallverkleidung lässt das Gefühl aufkommen eine Kamera aus jenen Zeiten der Solidität in der Hand zu halten.
  • Eine gute Bildqualität des Kitzooms: Das mitgelieferte M.Zuiko 14-42mm 3,5-5,6 liefert eine gute Bildqualität und erreicht bis auf minimale Schwächen zwischen 35 und 42mm Schärfe bis hinunter auf Pixelbene schon bei Offenblende.
  • Videofunktionen: Die Pen bietet die Möglichkeit Videos in HD-Qualität (nur 720P) aufzunehmen. Hier empfiehlt es sich aber auch auf die Panasonic Optiken auszuweichen, da sich sonst die Geräusche des AFs störend im Video bemerkbar machen.
  • SD Speicherkarten: Olympus hat glücklicherweise der Pen einen normalen SD Kartenschacht spendiert und nicht das proprietäre XD Format.

Alte Fabrik in Bad Urach Stillgelegte Fabrik in Bad Urach

 Negativ:

  • Die Pen ist keine DSLR: Das heisst sie hat keinen Sucher. Sie ist aber auch keine Messsucherkamera. Man arbeitet, wie bei einer Kompaktkamera direkt und nur mit dem eingebauten Display. Dieses ist insgesamt sehr gut nutzbar, auch im Hellen (aber eben doch nicht bei direkter Sonneneinstrahlung). Die Auflösung empfinde ich als vollkommen ausreichend, würde mir aber zumindestens für die Standardbrennweiten  einen eingebauten kleinen “Notsucher” wünschen.
  • Der Autofokus: Die Pen arbeitet mit einem Kontrast-AF wie die meisten Kompaktkameras. Dieser ist gemessen an einer DSLR mit Phasen-AF langsam und pendelt systembedingt einmal um den Schärfepunkt herum. Der von Olympus angebotene C-AF (kontinuierlicher AF für bewegte Objekte) ist so gut wie gar nicht zu gebrauchen, der normale AF ist für die meisten Objekte mit dem Kitzoom schnell genug, aber nichts für Sport und Action. Etwas besser wird es, wenn man die Olympus Optik durch das Panasonic 14-45er Kitzoom ersetzt. Dieses fokussiert wesentlich schneller, braucht aber durch den OIS im Objektiv immer (auch bei abgeschaltetem Verwacklungsverhüterli) mehr Strom. Hier bleibt nur die Hoffnung auf ein Firmwareupdate von Olympus.
  • Die Akkulaufzeit: Sie entspricht eher einer Kompaktkamera als eine SLR. Da Display und Sensor für die Bildwiedergabe benutzt werden ist das auch folgerichtig. Ich habe die Displaybeleuchtung auf die FN-Taste programmiert und kann so die Kamera zumindestens stromsparend in Bereitschaft haben, ohne sie ganz ausschalten zu müssen.

Ast Erste Zeichen des Herbstes

  • Das Hauptwahlrad: Dieses Rad über dem Steuerkreuz ist sehr leichtgängig und man verstellt es leicht versehentlich.
  • Die Haptik des Kitzooms: Das Entriegeln und den ausfahrenden Rüssel des Kitzooms, fand ich gar widerlich. Diese billig anmutende Haptik passt so gar nicht zu Qualität des Gehäuses. Zusammen mit dem langsamen AF war das der Grund, weshalb ich das optisch gute Kitzoom gegen das Panasonic Pendant von der G1 getauscht habe. Dieses ist zwar grösser, aber haptisch wertvoller, im AF schneller und hat eine Streulichtblende.
  • Keine AF-Confirm Möglichkeit beim Einsatz manueller Optiken: Schade, denn mit einem Aufstecksucher wäre die Pen prädestiniert für die Adaption manueller Optiken, da mechanisch fast jedes Bajonett an Micro Four Thirds adaptierbar ist (inklusive Leica M). Leider fehlt diese Möglichkeit. Hier hat Olympus eine Chance vertan, dieser nicht gerade billigen Kamera einen Zusatznutzen zu verpassen.

Abgestellt und vergessen

Vergessener Magirus LKW in einem Kirchheimer Hinterhof

Fazit:

Aufgrund ihrer Wertigkeit, der sehr guten Bildqualität und ihre Kleinheit ist die Olympus E-P1 Pen mit dem Panasonic 14-45ger Objektiv zu meinem neuem Alltagsbegleiter geworden. Sie ist die “Immerdabeikamera” neben der grossen Spiegelreflex. Mit ihren Schwächen kann ich leben, bedauere aber das die Pen wegen des langsamen AFs nur beschränkt für die Streetfotografie geeignet ist.

Nachtrag (24.8.09): Die Pen ist leider nicht wirklich dauerbetriebsfest. Beim heutigen 3 stündigen Nonstopeinsatz auf einer Baustelle hatte ich 2 mal die Warnung, das der Sensor zu warm würde und die Kamera brauchte jeweils eine 5 minütige Auszeit. Zugegeben es hatte etwas über 30 Grad im Schatten und ich war in der Sonne unterwegs, aber schön ist das dennoch nicht.  Das kann aber auch an der erhöhten Stronaufnahmedurch den Stabilisator des Panasonic Kitzooms liegen.

Nachtrag 2 (18.09.2009): Die Batterieproblematik hängt auch mit an der Panasonic Kitoptik, die ich nutze. Der Panasonic OIS Bildstabilisator zieht auch, wenn er abgeschaltet ist Strom.

Wehr an der LauterWehr an der Lauter in Kirchheim

Es werde Licht II:
Yashica Lynx 14 E mit Yashinon 45mm 1:1,4

August 9th, 2009

In den 60ger und auch in den 70ger Jahren waren Messucherkameras mit fest montierter Optik weit verbreitet. Canon fertigte die “Canonet”, Olympus die “RC 35″, Konica die “Auto” und Minolta die “High-Matic” Baureihe. Die besseren Exemplare dieser Klasse, hatten dabei lichtstarke Objektive mit Lichtstärken zwischen 1,7 und 2,0. Die Firma Yashica steigerte das noch und brachte die Lynx IC mit 45mm 1:1,4 Objektiv auf den Markt.

Lynx 1

Die gezeigte Lynx 14E gehört zur zweiten ab 1969 gebauten Serie und hat einen Copal Zentralverschluss mit Zeiten  von 1/1 (+B) bis 1/500 Sekunde. Ihr zentrales Element ist das mächtige Yashinon 45mm 1:1,4  mit 58mm Filtergewinde. Für die präzise Entfernungseinstellung besitzt sie einen Mischbildentfernungsmesser mit Paralaxenausgleich im Nahbereich. Die Belichtungsmessung erfolgt mit Hilfe einer CDS-Zelle über ein Messauge vorne am Gehäuse, und wird im Sucher als Über- oder Unterbelichtung angezeigt. Zeit und Blende müssen jeweils manuell eingestellt werden, die vollmechanische Kamera funktioniert auch ohne Batterien, lediglich auf die Belichtungsmessung muss man dann verzichten.

Wieder erwarten funktioniert bei diesem Exemplar nicht nur die Mechanik einwandfrei, sondern auch die Belichtungsmessung,  zumindestens noch genau genug für Negativfilme.

Lynx 2

Die komplett manuelle Einstellung - Zeit einstellen –> Belichtungsmessknopf drücken –> Blende einstellen –> Entfernung einstellen - , erzieht zum langsamen Fotografieren. Hinzu kommt der solide haptische Eindruck, den diese komplett aus Metall und Glas gefertigte Yashica macht. Ein Minuspunkt ist, wie bei allen Kameras dieser Art, der recht dunkle Sucher. Damit der magische Fleck für das Mischbild gut erkennbar ist wurde der gesamte Sucher recht dunkel gehalten.

Lynx Kirchheimer Strassenleben Kirchheimer Strassenleben

Ein FC-Treffen im Mietstudio
und zwei unverbrauchte Gesichter

August 7th, 2009

Das FC-Usertreffen letzte Woche fand im Kirchheimer Mietstudio statt. Dank nochmals an Arnim der seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellte.

Das erste Modell war leider ein wenig steif, unbeweglich und unterkühlt.

Studio 0 Glücklicherweise fand sich dann aber doch noch ein Modell,  das seinen natürlichen Audruck und die Ruhe behielt während diverse Teilnehmer die möglichen und unmöglichen Einstellmöglichkeiten einer grossen Studioblitzanlage ausprobierten.


Studio 1

Studio 2

Jules1986 zeigte Souveränität und Gelassenheit, dazu die nötige Freude am fotografiert werden.

Studio 3 Übertreffen wurde diese Professionalität, nur noch vom letzten Model des Abends, welches sich von der gesamten Aktion gar nicht beeindrucken lies. Jakob zeigte so schon in frühester Jugend extremes Talent.

Studio 4

Zur Technik: Bis auf das erste Bild entstanden alle Aufnahmen mit Arnims exelenter Studiotechnik und der 5D Mk1 + EF 70-200 2,8L USM @ Blende 5,6 oder 8. Die erste Aufnahme ist Available Light mit dem EF 28-70 2,8L USM @ Blende 2,8 und 1/25 Sekunde.

Kein Haar in der Suppe:
Tamron 28-300mm 3,5-5,6 XR DI VC

Mai 26th, 2009

Seit meinem Umstieg zur EOS 5D trauerte ich ein wenig meinem Suppenzoom, dem EFs 18-200mm 3,5-5,6 IS nach. Für das Vollformat gibt es neben dem (für mich unbezahlbaren) EF 28-300mm 3,5-5,6 L IS USM eigentlich nur ein vergleichbares Objektiv mit Verwackelungs-Verhüterli. Das ist das Tamron 28-300mm 3,5-5,6 XR DI VC zu einem Neupreis ab ca. 500 Euro. Schaut man im Internet, so liest man sehr divergierende Meinungen über diese Optik. Die einen sind begeistert, während die anderen von leergesaugten Akkus, defekten Objektiven und Fehlfokussen schreiben. Ich habe es trotzdem gewagt und bei einer neuwertigen gebrauchten Optik aus verlässlicher Quelle zugeschlagen.

Tamron 28-300VCTamron 28-300mm 3,5-5,6 XR DI VC

Heute kam dieses Objektiv nun an und ich habe erst mal einen Testspaziergang unternommen.  Zunächst beeindruckt natürlich der Brennweitenbereich:

Tamron 28-300@28mm

Hier sehen wir das Kirchheimer Rathaus mit dem Tamron bei 28mm Brennweite …

Tamron 28-300@300mm

… und hier bei 300mm Brennweite.

Vom Handling gefällt das Objektiv dabei recht gut. Der Zoomring ist groß und griffig und leicht leicht mit angemessenem Widerstand. Der Bereich zwischen 200 und 300mm ist allerdings sehr eng geraten. Aufgrund der Innenfokussierung erreicht die Optik, wie andere derartige Zooms auch, die 300mm Brennweite erst bei der Unendlichkeiteinstellung.  Auch der AF geht zwar hörbar aber ausreichend fix zur Sache. Der Zoom-Lock-Schalter um das selbständige Ausfahren des Rüssels zu verhindern liegt besser als beim EFs 18-200mm IS, braucht aber immer noch Fingernägel zum Verriegeln. Der Fokusring ist allerdings sehr schmal geraten und dreht sich beim Fokussieren mit, da heißt es dann Finger weg. Der Lieferumfang umfasst Objektiv und Gegenlichtblende und einen praktischen Snap-In-Frontdeckel, der auch bei aufgesetzter Geli problemlos auf- und abgesetzt werden kann.

Die Bildqualität scheint mir selbst bei Offenblende noch angemessen, dies bestätigt auch der 100% Ausschnitt aus obigem Bild. Es ist ein mit DPP und Schärfe 5 entwickeltes JPG, ansonsten unbearbeitet (Ja die 300er Festbrennweite mit dem rotem L drauf ist hier besser, kann aber leider auch nur 300mm!). Die Optik erreicht nicht ganz die Schärfe bis auf den letzten Pixel, sondern nur ca. 90%. Dies bedeutet aber an der EOS 5D Mk1, das problemlos noch Abzüge im A2 Format möglich sind.

Tamron 28-300 CropTamron 28-300 VC @300mm Blende 6,3 100% Ausschnitt

Beim Spazierengehen macht das Objektiv Spass, vor allem weil es mit eingefahrenem Rüssel recht unauffällig ist und eigentlich alle Brennweitenwünsche (bis auf das extreme Weitwinkel) abdeckt. Auch das Bokeh empfinde ich als recht angenehm.

Tamron 28-300VCTamron 28-300mm VC @ 300mm Blende 6,3

Mein Fazit: Ich habe für mich das praktische Immerdrauf gefunden, wenn es leicht sein soll auf der Schulter. Probleme ergaben sich bis jetzt keine, ein Test des VC im Bereich Air to Air wird folgen.

28-300 @300mmTamron 28-300mm VC@ 300mm Blende 8

Nachtrag: Auf dem Objektiv steht Macro, diese Bezeichnung hat durchaus ihre Berechtigung. Der hier gezeigte Schmetterling ist ein Ausschnitt von ca. 30% des Gesamtbildes.

28-300VC Macro Tamron 28-300mm 3,5-5,6 VC an EOS 5D
@ 300mm, Blende 7,1, 1/250 Sekunde

Schärfen(un)tiefe:
Das EF 50mm 1,4 USM bei Offenblende

Mai 23rd, 2009

Heute Abend war ich auf einem schönen Abendessentreffen der Fotocommunity. Dabei entstanden im spärlichen Lampenlicht diese zwei Bilder mit dem EF 50mm 1,4 USM an der EOS 5D bei Offenblende und ISO1250.

FC-Portrat-2
Lass mal mitschauen …

 FC-Portrait
Brown Eye(s) …

Besonders das zweite Bild zeigt deutlich auf welchen geringen Bereich die Schärfentiefe bei Blende 1,4 am Vollformat schrumpft.  An einer typischen APS-C Kamera mit 1,5er oder 1,6er Cropfaktor hätte man die Blende für die gleiche Bildwirkung noch eine Stufe weiter öffnen müssen. Hier wäre also dann ein 35mm 1,0 Objektiv fällig gewesen.

Rund versus eckig:
Diagonal-Fisheye oder Superweitwinkel?

Mai 20th, 2009

Immer wieder kommt die Frage auf, was denn nun besser sei, ein Fisheye Objektiv oder ein Superweitwinkel.
Hier nun meine Gedanken zum Charakter dieser beiden Objektivgattungen.

Das Fisheye:
Das Fisheye ist zunächst einmal unkorrigiert, deshalb sieht es eigentlich so wie unser Auge. Das heißt es es ist von der Projektion des Bildes her flächentreu, aber nicht winkeltreu. Alle gerade Linien, die nicht durch die Bildmitte führen werden beim Fisheye gebogen dargestellt. Aus diesem Grund wirken die Bilder aufgrund des grossen Bildwinkels verzerrt. Ein Diagonal Fisheye, welches das ganze Bild ohne schwarze Ränder ausleuchtet, hat am Kleinbild um die 15-16mm Brennweite und einen Bildwinkel von ca. 180 Grad über die Bilddiagonale gemessen.

Kirchheim Zenitar Zenitar 16mm Fisheye an EOS 5D

Dieser Fisheye-Effekt kann richtig eingesetzt die Bildwirkung verstärken, nutzt sich aber für den Betrachter, wenn man es übertreibt auch relativ schnell ab.

Das Superweitwinkel:
Als Superweitwinkel bezeichnet man am Kleinbildformat in der Regel Weitwinkelobjektive unter 20mm Brennweite, bei APS-C Digitalkameras beginnt dieser Bereich dann bei ca.  14-16 mm. Das Superweitwinkel ist korrigiert, das heißt es stellt gerade Linien auch als gerade Linien dar. Damit ist es winkel-, aber nicht flächentreu. Das wird besonders im Bereich der Bildränder deutlich, wo Flächen förmlich in die Breite gezogen werden. Die abgebildeten Dinge verlieren, wie hier die Billardkugel ihre gewohnte Form.

Superweitwinkel
Sigma 10-20mm Superweitwinkelzoom
@10mm an EOS 20D

In der Praxis eignen sich Superweitwinkel gut um die Weite der Landschaft darzustellen oder dramatisch Effekte zu erzielen.  Sie betonen stark den Vordergrund und die Tiefenstaffelung eines Bildes.

Der Bildwinkel:
Bei gleicher Brennweite hat das Fisheye einen grösseren Bildwinkel als ein korrigiertes Weitwinkelobjektiv. Hier zunächst das korrigierte Weitwinkelobjektiv am KB-Vollformat der EOS 5D:

Sigma 15mm Sigma 15-30mm @ 15mm an EOS 5D

Und nun zum Vergleich das 16mm Fisheye aus der gleichen Position:

Zenitar 16mm 1:2,8Zenitar 16mm an EOS 5D

Deutlich ist zu sehen, das das immerhin 1mm längere (was im extremen Weitwinkelbereich viel ist)  Zenitar dennoch einen wesentlich grösseren Bildwinkel besitzt als das Sigma Superweitwinkelzoom bei 15mm. Weiterhin sieht man gut, wie die eigentlich identischen Bilder durch die unterschiedliche Abbildung der Objektive einen ganz unterschiedlichen Charakter bekommen.

Mein persönliches Fazit:
Ich nutze beides gerne, das extreme Weitwinkel und dasDiagonal-Fisheye weil die Bildwirkung von beiden einen unterschiedlichen Charakter hat. Beides Objektivgattungen liefern ähnlich extreme Perspektiven, die man deshalb auch gezielt einsetzen muss, zum Beispiel um die Weite einer Landschaft zu betonen.

Für mich lautet deshalb die Devise:
Diagonal-Fisheye und Superweitwinkel in die Fototasche.

Eine runde Sache:
Das Zenitar 16mm 2,8 an der EOS 5D

Mai 17th, 2009

Vor vielen Jahren hatte ich schon einmal ein adaptiertes 16mm Zenitar Fisheye als günstiges  Weitwinkel an der EOS D60 eingestzt. An dieser entsprach es einem 24mm Objektiv an Kleinbild und der Fisheye Effekt war zwar sichtbar, aber doch nicht massiv ausgeprägt.

Zenitar an EOS D60EOS D60 mit Zenitar 16mm 2,8

Nun habe ich mit der EOS 5D eine Vollformatkamera im Hause und da ist das Zenitar eine preisgünstige Lösung für ein Diagonal-Fisheye. Es bietet in der Diagonale immerhin einen Bildwinkel von 180 Grad. Ich habe also ein gebrauchtes M42 Exemplar des Zenitars (es gibt das Objektiv auch mit fest montiertem EOS oder Nikon Bajonett) und den passenden M42 –> EOS-Adapter erworben.

Zenitar 16mm 1:2,8
Zenitar 16mm 1:2,8

Bei meinem Objektiv habe ich zunächst nach der Anleitung auf Gelbfilter.de die  Springblende deaktiviert. Weitere Arbeiten waren nicht nötig, da mein Exemplar auch bei der Fokussierung auf Unendlich keinen Kontakt mit dem Spiegel der 5D bekommt.
Mechanisch ist dieses im Verhältnis zu AF-Optiken kleine Objektiv aus Metall und Glas übrigens gut verarbeitet, vergleichbar den klassichen MF-Linsen von Minolta, Canon, Nikon oder Konica. Seine geringe Größe sichert dem Zenitar den Platz in der Jackentasche beim Spaziergang.

Der Kirchheimer Mark mit dem ZenitarEOS 5D mit Zenitar 16mm @ Blende 8

Ich habe die Optik dann erst einmal in die Kirchheimer Innenstadt mitgenommen. Das Ergebnis sah so aus, das bei Blende 8 an der 5D das Objektiv eine gute Schärfe bis auf Pixelebene herunter im Zentrum und auf ca. 80% der Bildfläche lieferte. Nur die Ecken bleiben auch bei dieser Blende etwas matschig, was aber in der Praxis bei den meisten Bildern nicht auffällt.

Die Kirchheimer MartinskircheDie Kirchheimer Martinskirche

Das manulle Fokussieren finde ich bei der Brennweite und den daraus resultierenden großem Schärfentiefebereich absolut unproblematisch, zumal am Vollformat der Sucher ja gross und ausreichend hell ist.
Bei der Belichtungsmessung arbeite ich im AV-Modus (Blendenvorwahl) mit Arbeitsblende und mittenbetonter Integralmessung als Messmothode. Wenn man minus 1 Blende Belichtungskorrektur verwendet, dann passen die Ergebnisse an meiner EOS 5D perfekt.

Die Orgel der Kirchheimer MartinskircheDie Orgel der Kirchheimer Martinskirche
EOS 5D mit Zenitar 16mm @ Blende 5,6

Im Unterschied zu dem Exemplar, welches ich vor 5 Jahren hatte zeigt mein jetztiges Objektiv kaum störende CAs. Die Optik neigt allerdings zu Überstrahlungen an sehr harten Kontrasten, sie wird da einfach etwas weich. Positiv ist auch zu erwähnen, das der Objektivdeckel geändert wurde, er rastet nun ein, früher war es eine zu locker sitzende Kappe.

Grosstadtdschungel
“Stadtdschungel” beim Kirchheimer Finanzamt

Mein Fazit:
Das 16mm Zenitar ist an der EOS 5D ein wunderschöne kompakte Spaßlinse zum immer dabeihaben. Als Fisheye ist sie kein Ersatz für ein korrigiertes Weitwinkel (es sei denn man will jedes Bild Geraderechnen), sondern eher eine Nischenoptik. Bei einem Neupreis ab 150 Euro und Gebrauchtpreisen um die 100 Euro (wenn man etwas Geduld hat) ist das Zenitar am Vollformat eine schöne Abrundung der Fotoausrüstung im Weitwinkelbereich um das Eckige rund zu machen. Ich freue mich schon auf seinen Einsatz bei Luftaufnahmen um den Horizont zu verbiegen. Kein “must have”, aber ein “very nice to have” zum günstigem Preis.

PS: So sieht es aus, wenn Dir die Beste aller Lebensgefährtinnen, die Kamera aus der Hand nimmt und versucht die Optik an deiner Nase anzudocken.

Krohmie Zenitar

Bei Blende 2,8 sind da die Augen scharf, Nasenspitze und Hintergrund verschwinden schon wieder in der Unschärfe. Ja und das da oben links ist ein Finger. Die eigenen Finger, Füsse und Kameragurte verirren sich beim Zenitar gerne mal ins Bild.

Ran ans Objekt …
Rans RV6

Mai 14th, 2009

Anbei eine kleine Studie eines richtig flinken Selbstbaufliegers, der Rans RV 6

Rans RV6
Canon EOS 5D mit EF 70-200mm 4.0 L USM + Extender 1,4
@ 280mm, 1/160 Sekunde, Blende 7,1