Rund versus eckig:
Diagonal-Fisheye oder Superweitwinkel?

Mai 20th, 2009

Immer wieder kommt die Frage auf, was denn nun besser sei, ein Fisheye Objektiv oder ein Superweitwinkel.
Hier nun meine Gedanken zum Charakter dieser beiden Objektivgattungen.

Das Fisheye:
Das Fisheye ist zunächst einmal unkorrigiert, deshalb sieht es eigentlich so wie unser Auge. Das heißt es es ist von der Projektion des Bildes her flächentreu, aber nicht winkeltreu. Alle gerade Linien, die nicht durch die Bildmitte führen werden beim Fisheye gebogen dargestellt. Aus diesem Grund wirken die Bilder aufgrund des grossen Bildwinkels verzerrt. Ein Diagonal Fisheye, welches das ganze Bild ohne schwarze Ränder ausleuchtet, hat am Kleinbild um die 15-16mm Brennweite und einen Bildwinkel von ca. 180 Grad über die Bilddiagonale gemessen.

Kirchheim Zenitar Zenitar 16mm Fisheye an EOS 5D

Dieser Fisheye-Effekt kann richtig eingesetzt die Bildwirkung verstärken, nutzt sich aber für den Betrachter, wenn man es übertreibt auch relativ schnell ab.

Das Superweitwinkel:
Als Superweitwinkel bezeichnet man am Kleinbildformat in der Regel Weitwinkelobjektive unter 20mm Brennweite, bei APS-C Digitalkameras beginnt dieser Bereich dann bei ca.  14-16 mm. Das Superweitwinkel ist korrigiert, das heißt es stellt gerade Linien auch als gerade Linien dar. Damit ist es winkel-, aber nicht flächentreu. Das wird besonders im Bereich der Bildränder deutlich, wo Flächen förmlich in die Breite gezogen werden. Die abgebildeten Dinge verlieren, wie hier die Billardkugel ihre gewohnte Form.

Superweitwinkel
Sigma 10-20mm Superweitwinkelzoom
@10mm an EOS 20D

In der Praxis eignen sich Superweitwinkel gut um die Weite der Landschaft darzustellen oder dramatisch Effekte zu erzielen.  Sie betonen stark den Vordergrund und die Tiefenstaffelung eines Bildes.

Der Bildwinkel:
Bei gleicher Brennweite hat das Fisheye einen grösseren Bildwinkel als ein korrigiertes Weitwinkelobjektiv. Hier zunächst das korrigierte Weitwinkelobjektiv am KB-Vollformat der EOS 5D:

Sigma 15mm Sigma 15-30mm @ 15mm an EOS 5D

Und nun zum Vergleich das 16mm Fisheye aus der gleichen Position:

Zenitar 16mm 1:2,8Zenitar 16mm an EOS 5D

Deutlich ist zu sehen, das das immerhin 1mm längere (was im extremen Weitwinkelbereich viel ist)  Zenitar dennoch einen wesentlich grösseren Bildwinkel besitzt als das Sigma Superweitwinkelzoom bei 15mm. Weiterhin sieht man gut, wie die eigentlich identischen Bilder durch die unterschiedliche Abbildung der Objektive einen ganz unterschiedlichen Charakter bekommen.

Mein persönliches Fazit:
Ich nutze beides gerne, das extreme Weitwinkel und dasDiagonal-Fisheye weil die Bildwirkung von beiden einen unterschiedlichen Charakter hat. Beides Objektivgattungen liefern ähnlich extreme Perspektiven, die man deshalb auch gezielt einsetzen muss, zum Beispiel um die Weite einer Landschaft zu betonen.

Für mich lautet deshalb die Devise:
Diagonal-Fisheye und Superweitwinkel in die Fototasche.

Eine runde Sache:
Das Zenitar 16mm 2,8 an der EOS 5D

Mai 17th, 2009

Vor vielen Jahren hatte ich schon einmal ein adaptiertes 16mm Zenitar Fisheye als günstiges  Weitwinkel an der EOS D60 eingestzt. An dieser entsprach es einem 24mm Objektiv an Kleinbild und der Fisheye Effekt war zwar sichtbar, aber doch nicht massiv ausgeprägt.

Zenitar an EOS D60EOS D60 mit Zenitar 16mm 2,8

Nun habe ich mit der EOS 5D eine Vollformatkamera im Hause und da ist das Zenitar eine preisgünstige Lösung für ein Diagonal-Fisheye. Es bietet in der Diagonale immerhin einen Bildwinkel von 180 Grad. Ich habe also ein gebrauchtes M42 Exemplar des Zenitars (es gibt das Objektiv auch mit fest montiertem EOS oder Nikon Bajonett) und den passenden M42 –> EOS-Adapter erworben.

Zenitar 16mm 1:2,8
Zenitar 16mm 1:2,8

Bei meinem Objektiv habe ich zunächst nach der Anleitung auf Gelbfilter.de die  Springblende deaktiviert. Weitere Arbeiten waren nicht nötig, da mein Exemplar auch bei der Fokussierung auf Unendlich keinen Kontakt mit dem Spiegel der 5D bekommt.
Mechanisch ist dieses im Verhältnis zu AF-Optiken kleine Objektiv aus Metall und Glas übrigens gut verarbeitet, vergleichbar den klassichen MF-Linsen von Minolta, Canon, Nikon oder Konica. Seine geringe Größe sichert dem Zenitar den Platz in der Jackentasche beim Spaziergang.

Der Kirchheimer Mark mit dem ZenitarEOS 5D mit Zenitar 16mm @ Blende 8

Ich habe die Optik dann erst einmal in die Kirchheimer Innenstadt mitgenommen. Das Ergebnis sah so aus, das bei Blende 8 an der 5D das Objektiv eine gute Schärfe bis auf Pixelebene herunter im Zentrum und auf ca. 80% der Bildfläche lieferte. Nur die Ecken bleiben auch bei dieser Blende etwas matschig, was aber in der Praxis bei den meisten Bildern nicht auffällt.

Die Kirchheimer MartinskircheDie Kirchheimer Martinskirche

Das manulle Fokussieren finde ich bei der Brennweite und den daraus resultierenden großem Schärfentiefebereich absolut unproblematisch, zumal am Vollformat der Sucher ja gross und ausreichend hell ist.
Bei der Belichtungsmessung arbeite ich im AV-Modus (Blendenvorwahl) mit Arbeitsblende und mittenbetonter Integralmessung als Messmothode. Wenn man minus 1 Blende Belichtungskorrektur verwendet, dann passen die Ergebnisse an meiner EOS 5D perfekt.

Die Orgel der Kirchheimer MartinskircheDie Orgel der Kirchheimer Martinskirche
EOS 5D mit Zenitar 16mm @ Blende 5,6

Im Unterschied zu dem Exemplar, welches ich vor 5 Jahren hatte zeigt mein jetztiges Objektiv kaum störende CAs. Die Optik neigt allerdings zu Überstrahlungen an sehr harten Kontrasten, sie wird da einfach etwas weich. Positiv ist auch zu erwähnen, das der Objektivdeckel geändert wurde, er rastet nun ein, früher war es eine zu locker sitzende Kappe.

Grosstadtdschungel
“Stadtdschungel” beim Kirchheimer Finanzamt

Mein Fazit:
Das 16mm Zenitar ist an der EOS 5D ein wunderschöne kompakte Spaßlinse zum immer dabeihaben. Als Fisheye ist sie kein Ersatz für ein korrigiertes Weitwinkel (es sei denn man will jedes Bild Geraderechnen), sondern eher eine Nischenoptik. Bei einem Neupreis ab 150 Euro und Gebrauchtpreisen um die 100 Euro (wenn man etwas Geduld hat) ist das Zenitar am Vollformat eine schöne Abrundung der Fotoausrüstung im Weitwinkelbereich um das Eckige rund zu machen. Ich freue mich schon auf seinen Einsatz bei Luftaufnahmen um den Horizont zu verbiegen. Kein “must have”, aber ein “very nice to have” zum günstigem Preis.

PS: So sieht es aus, wenn Dir die Beste aller Lebensgefährtinnen, die Kamera aus der Hand nimmt und versucht die Optik an deiner Nase anzudocken.

Krohmie Zenitar

Bei Blende 2,8 sind da die Augen scharf, Nasenspitze und Hintergrund verschwinden schon wieder in der Unschärfe. Ja und das da oben links ist ein Finger. Die eigenen Finger, Füsse und Kameragurte verirren sich beim Zenitar gerne mal ins Bild.

Ran ans Objekt …
Rans RV6

Mai 14th, 2009

Anbei eine kleine Studie eines richtig flinken Selbstbaufliegers, der Rans RV 6

Rans RV6
Canon EOS 5D mit EF 70-200mm 4.0 L USM + Extender 1,4
@ 280mm, 1/160 Sekunde, Blende 7,1

Stadtspaziergang
mit der EOS 5D und dem EF 50mm 1,4 USM

Mai 14th, 2009

Portrait Annett
Canon EOS 5D mit EF 50mm 1,4 USM,
1/640 Sekunde, Blende 5,6

Zusammen mit dem 50ger ergibt die EOS 5D ohne Batteriegriff an der Handschlaufe eine schöne Kombi für die Strassenfotografie. Kamera und Objektiv sind angenehm leicht und zugleich so klein, das sie unaufdringlich wirken. Mit dem Bildwinkel der 50mm Optik, welcher etwa dem des menschlichen Auges entspricht, ist man mitten im Geschehen. Der Ultraschall Micromotor des 50mm 1,4 ermöglicht ein leises und schnelles Scharfstellen.

Man muss die Motive nur noch sehen, sie bieten sich an …

Giesskannenfrau
Canon EOS 5D mit EF 50mm 1,4 USM,
1/400 Sekunde, Blende 2,0

Huch das bin ja ich…

Mai 10th, 2009

… eine kleine Impression gesehen auf der PCP-Tour 2009 in Fellbach.

Huch, das bin ja ich
Canon EOS 5D mit EF 28-70mm 2.8L USM @ 28mm,
ISO 1250, 1/80 Sekunde, Blende 4

Es werde Licht:
Canon EOS 5D - ein persönlicher Ersteindruck

Mai 4th, 2009

Die Entscheidung war:
Ein neues zweistelliges Gehäuse, z.B. eine EOS 50D oder eine gebrauchte EOS 5D Mk1.

Nach Abwägen der Vor- und Nachteile habe ich mich für die Vollformatlösung entscheiden. Samstag ist sie nun gekommen, meine neue (alte) EOS 5d. Ein Blick durch den Sucher und es war wie ein Aufwachen aus einem langem Schlaf. Endlich wieder ein großer heller Sucher, wie ich es von meinen alten analogen Spiegelreflexkameras her kannte.

Also los mit der Kamera und erst mal ein paar Fotos gemacht. Ich bin mit dem 28-70mm 2,8L USM durch die schöne Kirchheimer Innenstadt gelaufen und habe den Blick schweifen lassen. Hier gab es ein schönes Arrangement in einem Schaufenster zu sehen …

EOS 5dCanon EOS 5D + EF 28-70mm 2,8L USM @ 70mm, 1/200 Sekunde, Blende 4,0

 … dort verlockte der Brunnen am Marktplatz dazu mit Schärfe und Unschärfe zu spielen.

EOS 5D-1Canon EOS 5D + EF 28-70mm 2,8L USM @ 70mm, 1/125 Sekunde, Blende 5,6

Ein erster Zwischenstand:
Hier passt alles. Der Autofokus sitzt sauber, das Handling der Kamera ist wie ich es erwartet habe. Die Bedienung der 5D ist praktisch identisch mit der einer zweistelligen EOS. Eine Freude ist der große helle Sucher, der endlich auch eine vernünftige manuelle Kontrolle der Fokussierung ermöglicht. Die Dateien aus der Kamera sind auch bei neutralen Einstellungen bis auf Pixelebene scharf. Das hintere Display ist im Verhältnis zur 20D angenehm groß. Es ermöglicht aber trotzdem nur eine begrenzte Kontrolle der Bildschärfe, da die Bilder in der höchsten Vergößerungsstufe auf dem Display leicht unscharf wirken, obwohl sie in Wirklichkeit 100% scharf sind. Das scheint mir an der Qualität des Vorschau-JPGs zu liegen.

Doch nun zu der für mich nicht ganz unwichtigen Frage:

Taugt die EOS 5D für die Luftfahrtfotografie?
Eigentlich nimmt man zu diesem Zweck ja eher eine EOS 1D Mk II(N) oder III, oder eine der neueren zweistelligen EOS. Die nur drei Bilder pro Sekunde der Eos 5D stören mich dabei weniger, bin ich doch kein Freund von Dauerfeuerorgien, die entstehenden Daten müssen schließlich verarbeitet werden. Da schon lieber im entscheidenden Moment abgedrückt. Für eine normal Landesequenz reichen mir auch die drei Bilder pro Sekunde völlig aus.

Die entscheidende Frage ist also:
Wie sieht es mit dem Autofokus aus?
Reicht der AF im AI-Servo Modus um anfliegende Flugzeuge sicher zu verfolgen?
Vorneweg: In der Praxis war ich hier mit dem AF der EOS 20D zufrieden. Wenn man mit dem mittleren AF-Feld im AI-Servo startet, dann hatte die 20ger eigentlich nie Probleme und kam mit meinen USM Optiken immer mit. Der produzierte Ausschuss lag in der Regel nicht an der Kamera, sondern am Anwender.

Um das zu klären war ich mit der Kamera am Samstag kurz in Stuttgart und am Sonntag auf dem Segelfluggelände Hahnweide.

EOS 5D-2Canon EOS 5D mit EF 300mm 4,0L USM, 1/8000 Sekunde, Blende 4,0

Am Samstag gab es in Stuttgart eigentlich nichts Besonderes zu sehen, aber ich wollte ja auch nur Testaufnahmen machen. Die Ergebnisse, waren von der technischen Seite her durchaus ansprechend. Es funktionierte alles problemlos, was ich eigentlich auch erwartet hatte, da das Autofokussystem der EOS 5D mit dem der der EOS 20D nahe verwandt ist.

Am Sonntag auf der Hahnweide hatte ich dann aus Gewichtsgründen nur die Kamera und das 70-200mm 4,0L USM mit dem Extender 1,4 dabei. Das war von der Brennweite her teilweise etwas kurz, da ja der gewohnte 1,6er Crop Faktor fehlte. Da der Extender die AF Geschwindigkeit etwas herunterregelt und man an der Hahnweide die Flieger recht frontal bekommen kann, war das durchaus aussagefähig, was die Leistung des AF-Systems anging.

EOS 5D-3Canon EOS 5D mit EF 70-200mm 4,0L USM + Extender 1,4 @ 280mm, 1/640 Sekunde, Blende 8

Ein 100% Crop aus diesem Bild eines Grunau Babys zeigt, das die Kamera der Aufgabe problemlos gewachsen war, das Bild ist bis auf Pixelebene scharf.

EOS 5D-3-Crop100% Crop: Canon EOS 5D mit EF 70-200mm 4,0L USM + Extender 1,4 @ 280mm, 1/640 Sekunde, Blende 8

Das spricht im übrigen auch für die Qualität des 70-200mm 4,0L  USM, welches den 1,4er Extender problemlos bedienen kann. Ob das so auch noch an einer 50D mit ihren sehr kleinen Pixeln funktioniert? Daran habe ich begründete Zweifel.

Das Ergebnis:
Für meinen Bedarf ist die Leistung der EOS 5D im AI-Servo vollkommen ausreichend. Der grosse Pixelpitch der EOS 5D sorgt dafür das meine Tele Objektive auch mit Extender noch eine sehr gute Leistung zeigen.

Der Wermutstropfen:
Jedes Ding hat seine Vor- und Nachteile. Das gilt auch für die EOS 5D, bzw. das Vollformat. Mein 300mm Tele hat nun “echte” 300mm und nicht mehr gefühlte 480mm, wie am 1,6er Crop der zweistelligen EOS. Dafür ist ein 15 mm Weitwinkel nun auch wirklich ein 15mm Bildwinkel und das im Zulauf befindliche 16mm Fisheye wird dann zeigen was 180 Grad diagonaler Bildwinkel sind.

EOS 5D-4Ausschnitt: Canon EOS 5D mit EF 70-200mm 4,0L USM + Extender 1,4 @ 280mm, 1/1000 Sekunde, Blende 9

Das Fazit:
Für mich war die Entscheidung fürs Vollformat die Richtige. Die EOS 5D eröffnet mir, nicht zuletzt dank ihrer Low- und High-ISO-Fähigkeiten weitere fotografische Möglichkeiten z.B. im Bereich der Hochzeitsfotografie und ist dennoch problemlos auch im Bereich der Luftfahrtfotografie einzusetzen. Eine helle Freude ist der große gut zu überblickende Sucher und das “normale” Freistellungspotential des Vollformates. Den Wermutstropfen das die Teleobjektive gefühlt kürzer werden nehme ich dafür gerne in Kauf. Echte 420mm (das EF300mm 4,0L USM + 1,4er Extender) reichen mir in der Praxis fast immer.

Trennungsschmerz:
Sigma 10-20mm 4,0-5,6 EX DC HSM

April 28th, 2009

Heute hat es mich nun verlassen, mein treues Sigma 10-20mm F4-5,6 EX DC HSM. Die letzten zwei Jahre hat mich diese Optik an viele Orte begleitet und so manche Stimmung eindrucksvoll ins Licht gesetzt. Doch nun waren ihre Tage gekommen. Da nur für Crop Kameras gerechnet wollte das Sigma einfach nicht an die EOS 5D passen, welche sich im Zulauf befindet. Es wird nun durch die “Wuchtbrumme” Sigma 15-30mm 3,5-4,5 EX DG ersetzt.

10-20mm F4-5,6 EX DC HSM
Sigma 10-20mm F4-5,6 EX DC HSM

Ob es darum ging das Stadtleben in Kirchheim zu dokumentieren ,

Maibaum
…hier die Aufstellung des Maibaumes am Marktplatz …

 Dachterasse… oder den Ausbau der Dachterasse zum Wohnraum…

Fair Cadets … immer hat die Optik sich wacker geschlagen,
selbst bei aussergewöhnlichen Perspektiven.

Das Fazit meines kleinen Reviews:
Wenn man ein gut zentriertes Exemplar bekommt (meines kam direkt von Sigma), dann gilt:
Dieses Objektiv bietet gute Schärfe schon bei Offenblende in der Mitte, aber matschige vignetierte Ecken. Abblenden um 1-2 Blenden verbessert die Ecken merklich hin zu brauchbar bis gut.
Der HSM Ultraschall-AF fokussiert präzis und schnell, bei solider Verarbeitung des Objektives. Ein Tipp hierzu: Möglichst nur das mittlere AF Feld nutzen dann klappt es auch mit der mehrstelligen EOS am Superweitwinkel.
Kleiner Hinweis am Rande: Im Unterschied zu anderen Crop Optiken, ist das 10-20ger bei jeder Brennweite absolut ungeeignet am Vollformat (getestet an analoger EOS 300).
Sigma Ex-typisch ist der gute Lieferumfang mit Streulichtblende und Köcher.

Eine echte Alternative zu Canons EFs 10-22, endlich richtig WW am Crop.

Firstwise1 Wenn man nachher die stürzenden Linien geraderückt ist es auch für Architektur geeignet!

Firstwise2
Leb wohl, Du kleine und feine Linse!

Bärenstark:
Der GoldbAIR mit dem EF 300mm 4,0L USM

April 27th, 2009

Am 26.4.09 war ich (mal wieder) am Stuttgarter Flughafen. Ich genoss die Nachmittagssonne  auf dem Spotterhügel unten an der Schwelle der Start/Landebahn 25 am kleinen See. Da schwebte dann auf einmal der Haribo GoldbAIR an mir vorbei.

GoldbAIR Canon EOS 20D mit EF 300mm 4,0L USM, Blende 6,7, 1/180 Sekunde

Rattenscharfer Oldie: Das EF 300mm 4,0L USM

April 15th, 2009

Heute habe ich am Stuttgarter Flughafen mal wieder eine meiner Lieblingsoptiken einsetzen dürfen: Das alte EF 300mm 4,0 L USM ohne IS, hier zum Grössenvergleich neben dem 70-200 4,0L gezeigt.

 Canon EF-70-200mm 1:4L USM, Canon EF300mm 1:4L USM und Canon 1,4er Extender
Canon EF 70-200mm 1:4L USM, Canon EF300mm 1:4L USM
und Canon 1,4er Extender

Die Schärfe dieser Optik und das fast vollständige Fehlen von CAs begeistert mich immer wieder. Auch der Ring USM Autofokus geht richtig fix und sehr  präzis zur Sache. Dazu kommt noch die integrierte Gegenlichtblende, also nichts mit mühsam “Joghurtbecher” drauffriemeln, die Geli wird einfach herausgezogen und mit einer kleinen Drehung fixiert. Darüber hinaus kann diese Optik auch noch als Stativschellenspender für das 70-200mm 4,0L USM (IS) dienen, da die zur Optik gehörende Schelle dort auch passt.

Von der optischen Qualität verkraftet das Glas problemlos den 1,4er Extender von Canon, das entstehende 420mm 1:5,6 Objektiv ist immer noch voll offenblendtauglich und auch der Autofokus ist noch recht schnell.

Einige Bilder von heute, alle mit dem 300er an der EOS 20D:

C130T US-Navy
Reisen ohne viel Luxus: C-130T 161561 BD der US Navy

 VIP Tranport: Falcon 900B CD-01 Belgian Air Force
VIP Transport mit allem Komfort: Falcon 900B CD-01 Belgian Air Force

Alltäglich aber schön anzusehen: Dash 8 der AirBerlin
Alltägliche Holzklasse aber schön anzusehen: Dash 8 der Air Berlin

Bewegungs(un)schärfe:
Mit dem EFs 18-200 IS im Mercedes Benz Museum

März 15th, 2009

Heute habe ich mein neues EFs 18-200 3,5-5,6 IS erst einmal auf Herz und Nieren getestet. Ist es wirklich solch ein Flaschenboden wie einen die Beiträge in manchen Foren glauben lassen? Da es mir um die Praxistauglichkeit der Optik geht sind hier nachbearbeitete und nachgeschärfte Bilder zu sehen. Es geht um das, was dieses einfache Superzoom mit Image Stabilisator in der Praxis möglich macht, nicht um Pixelpeeperei in Raw-Dateien.

Um das herauszufinden bin ich mit der Optik ins Mercedes Museum gegangen und habe das Objektiv und den Image Stabilisator ein wenig herausgefordert.

18-200 Mercedes
EFs 18-200 3,5-5,6 IS @ 170mm, Blende 9,5, 1/250 Sekunde

Der IS (Image Stabilisator):

Im Museum angekommen geht es mit dem Aufzug erst einmal hinauf. Hier kann das EFs 18-200 nun zum ersten mal zeigen, was sein IS kann.

18-200 Mercedes
EFs 18-200 3,5-5,6 IS @ 18mm, Blende 4,5, 1/10 Sekunde

Eine 1/10 Sekunde bei 18mm Brennweite (28mm KB-Equivalent) erweisen sich dabei als freihand gut handelbar. Das Bild ist scharf, die sich bewegenden Personen beginnen schon zu verwischen. Es ist schon beeindruckend, was der Image Stabilisator von Canon hier möglich macht.

Das lässt mich im Verlauf des Besuches noch extremere Dinge wagen. Mit aufgestützen Ellenbogen wage ich es selbst bei längeren Brennweiten mit derartig langen Belichtungszeiten zu arbeiten.

18-200 Mercedes
EFs 18-200 3,5-5,6 IS @ 110mm, Blende 5,6, 1/10 Sekunde

Schärfe und optische Qualität:

Auch ein Crop aus diesem Bild zeigt, einmal nachgeschärft eine  durchaus akzeptable Schärfe. Allerdings entdeckt man bei genauem Hinsehen auch die doch recht heftige chromatischen Aberrationen des Objektives (und den nicht ganz neuwertigen Zustand des gezeigten Mercedes W123). Diese lassen sich bei neueren Canon Bodys übrigens mit der DPP Software von Canon automatisch herausrechnen.  Das gilt auch für die im Weitwinkelbereich doch recht kräftige tonnenförmige Verzeichnung.

18-200 Mercedes
100% Crop EFs 18-200 3,5-5,6 IS @ 110mm, Blende 5,6, 1/10 Sekunde

Das Bokeh empfinde ich als angenehm.  Obwohl die Optik mit 6 Blendenlamellen auskommt ergeben sich aufgrund deren gerundeter Form doch fast runde Reflexionsflecken im Unschärfebereich.

18-200 Mercedes
EFs 18-200 3,5-5,6 IS @ 160mm, Blende 5,6, 1/30 Sekunde

Der Autofokus:

Und weiter geht es mit der Bilderauswahl aus dem Tempel der Mercedes(wall)fahrer. Das Bild vom Kurzhauber hinter dem wunderschönem Ponton entstand ebenfalls mit aufgelegtem Ellenbogen. Der Autofokus der Optik arbeitete auch bei schlechten Lichtverhältnissen an der EOS 20D präzise und recht fix. Auch das Geräusch des Micromotors war nicht störend laut. Was aufgrund des Mikromotor Autofokus nicht geht ist ein manuelles Eingreifen in die Fokussierung (FTM).

18-200 Mercedes
EFs 18-200 3,5-5,6 IS @ 90mm, Blende 5,6, 1/10 Sekunde

Verarbeitung und Haptik:

Die Verarbeitung des Objektivs und die Haptik, sind für ein Vollkunststoffobjektiv mit herausfahrendem Rüssel durchaus wertig. Die Frontlinse dreht sich beim Fokussieren nicht mit, was den Einsatz von Polfiltern vereinfacht. Es wackelt da im Unterschied z.B. zum EF 28-135 IS USM nichts.  Auch der Zoom läuft sauber und gleichmässig. Was mich allerdings massiv gestört hat, ist das der Zoomrüssel, wenn man Kamera und Objektiv an der Handschlaufe baumeln lässt, automatisch der Schwerkraft folgend Richtung Tele ausfährt. Zwar gibt einen Zoom-Lock-Schalter, der in WW-Stellung greift, doch das andauernde Ver und Entriegeln desselbigen fand ich doch recht störend.

18-200 Mercedes
EFs 18-200 3,5-5,6 IS @ 18mm, Blende 4,5, 1/45 Sekunde

Fazit:

Für den aufgerufenen Preis (bei ebay neu aus EOS 50D Kits ab 400 Euro) bietet mir das EFs 18-200 3,5-5,6 IS als kompaktes Reise- und “Immerdabei”- Zoom zwar keine Spitzenleistungen, aber durchaus Leistungen die problemlos für Abzüge bis 40 mal 60cm taugen. Wenn man dazu noch eine EOS Kamera hat die die Fehlerkorrektur von Canons DPP nutzen kann, dann lassen sich einige der Schwächen des Objektives automatisch per Software korrigieren.

18-200 Mercedes
EFs 18-200 3,5-5,6 IS @ 100mm, Blende 5,6, 1/60 Sekunde