Archive for the ‘Objektive’ Category

Ein zweiter Keks:
Das Leitz Elmar 3,5/35mm

Freitag, Oktober 1st, 2010

Ich bin ja immer noch voller Begeisterung über das Panasonic 20mm 1,7 Pancake für µFT. Auf der Suche nach etwas mehr Weitwinkel für meine Leica Cl stolperte ich dann über ein Leitz Elmar 35mm 1:3,5 mit M39 Anschluss für Schraubleicas von 1941. 

Elmar 3,5/35 01
Elmar 3,5/35mm mit montiertem Leica-M Adapter im Vergleich zu einem 5 Cent Stück

Dieses nur 60 Gramm schwere kleine, extrem flache Objektiv macht die Leica CL jackentaschentauglich und wirkt auf ihr wie ein grösserer Gehäusedeckel.

Elmar 3,5/35mm 2
Das Elmar an der Leica CL, die beiden sind gut 33 Jahre auseinander und passen trotzdem gut zusammen..

Das von 1930 bis 1950 angebotene von Berek berechnete Elmar war eines der ersten Wechselobjektive zur Schraubleica. Optisch darf man von diesem fast 70 Jahre altem 4 Linser allerdings nicht zuviel erwarten.  

Mechanisch befindet sich Elmar für sein Alter in sehr guter Verfassung. Die Mechanik läuft sauber und weich. Seine unvergüteten Linsen sind klar, ohne Beschlag, kratzer- und pilzfrei. 

Da es noch etwas dauernt bis der erste Film mit Elmar voll und entwickelt ist habe ich die Optik fix mit einem Adapter an meine Pansonic G1 geschnallt. Das manuelle Scharfstellen funktioniert mit dem elektronischem Sucher der G1 und der elektronischen Sucherlupe sehr gut. Der 12 Megapixel Sensor der G1 im µFT Format offenbart allerdings auch schonungslos die Schwächen des Objektives.  

Elmar 3,5/35mm 3
An der Bushaltestelle Martinskirche, man beachte die Überstrahlungen am rechten Bildrand

Bei Offenblende ist eigentlich nur die Bildmitte (bei Crop Faktor 2!) richtig scharf. Nach aussen hin lässt die Schärfe massiv nach. Eine Blende abgeblendet (Blende 4,5) sieht es schon wesentlich besser aus und ab Blende 6,3 werden auch die Ecken des Cropsensors langsam scharf. Elmar ist auch recht empfindlich für Gegenlicht und Streulicht, wie die Überstrahlungen rechts im oberen Bild zeigen. Doch das Objektiv hat seinen Charakter und zaubert wunderbare Lichtstimmungen.

Ekmar 3,5/35mm 2
Lichtstimmung mit Elmar an der Panasonic G1 

Let’s go extreme: Das Peleng 8mm Fisheye

Montag, April 26th, 2010

Die 16 mm Fisheye des Zenitars waren mir immer noch zuwenig, deshalb hat sich zum Zenitar nun ein 8mm Peleng Fisheye gesellt. Dieses soll in Zukunft an meinen µFT Kameras als 16er Fisheye (dank des 2er Crop Faktors) dienen und ist an der 5D die absolute extreme Weitwinkel Lösung.

Mit diesem Objektiv wird endlich klar, warum für den Schwaben sein Häusle der Mittelpunkt der Welt ist:

Pelneng o1

Meine Bewertung:
Abgeblendet auf Blende 8 bis 11 bietet das Peleng 8mm 1.3,5 Fisheye eine gute Schärfe bis an die Bildränder des kreisrunden Auschnittes heran.

Da das Objektiv eine Vorwahlblende hat ist es an der EOS 5D sehr einfach zu handhaben. Man arbeitet mit Zeitautomatik und stellt die gewünschte Blende ein. Dann kann man mit einer Drehung am entsprechenden Ring die Blende präzise auf den voreingestellten Wert schliessen. Die Fokussierung ist bei dieser kleinen Brennweite kein Problem. Abgeblendet bekommt man alles von 30cm bis unendlich scharf! Damit die Belichtung stimmt empfiehlt es sich die mittenbetonte Integralmessung zu verwenden und wegen der schwarzen Ränder 1 bis 1,5 Blenden unterbelichten, sonst wir das Motiv überbelichtet. Ebenfalls aufgrund der schwarzen Ränder taugt das Histogramm nur begrenzt zu Einschätzung der Belichtung.

Peleng 02

Bauartbedingt ist die Optik recht streulichtempfindlich und zeigt deutliche Blendenflecke gegenüber von Spitzlichtern. Das grösste Manko des Pelengs ist aber der vordere Objektivdeckel, der nur lose aufgesteckt wird und zum Abfallen neigt. Aufgrund der extrem gewölbten Frontlinse ist hier extreme Vorsicht geboten!

Ich habe die Version mit fest montiertem EOS Anschluss, der Rückdeckel ist da genauso mies, wie der Frontdeckel, aber das ist ja leicht mit einem passendem EOS Deckel zu ändern. Ansonsten wird das Objektiv mit passendem Köcher geliefert und kopierter Bedienungsanleitung.

Fazit:
Zu einem Neupreis in Deutschland von ca. 300 Euro und einem Gebrauchtpreis unter 250 Euro ist diese Optik durchaus eine sinvolle Ergänzung jeder Vollformat Ausrüstung für verhältnismässig kleines Geld. Am Crop empfiehlt sich da allerdings eher das etwa gleichteure Samyang/Falcon/Walimex 8mm Fisheye, dieses ist aber nicht vollformatauglich.

Ein Flirt mit Elmar …
Das Leitz Elmar 90mm 1:4 M39 an der E-P1

Mittwoch, Oktober 21st, 2009

Elmar ist schon etwas älter, jenseits der 50, wohl 1956 geboren und auch schon ein wenig ergraut. Schaut man ihn sich an, so entdeckt man die Spuren eines halben Jahrhunderts an ihm und manches, wie seine Vergütung ist recht einfach. Er wahrt die Fasung, wo doch gerade diese etwas lädiert ist. Doch das Wesentliche an ihm ist noch immer glasklar, kratzer- und pilzfrei, bis auf minimale Putzspuren. Die etwas lädierte Fassung  führte dazu, das Elmar billig verschleudert wurde.

Leitz Elmar M39 90mm 4,0

In diesem Zustand macht Elmar sich nun an die hübsche Pen heran! Ob das so passt, ein alter Herr und eine schicke junge Diva? Jedenfalls gehen die beiden erst einmal zusammen spazieren. Mal schauen, was dabei so rauskommt.

Elmar02: Allein auf der Bank …

Zwar ist Elmar knackscharf, wenn man den Punkt beim manuellen Fokussieren mit der Lupe von der Pen endlich gefunden hat, aber es stellt sich doch die Frage: Wird er allein auf der Bank bleiben? Oder ziehen er und die Pen in zukunft gemeinsam los und die Bank bleibt leer?

Elmar-03: Dei leere Bank

Hier sieht Elmar richtig gut aus, allerdings muss man dazu anmerken, das er zwar ein richtig scharfer kleiner Silberner ist, aber das Kontrastprogramm doch recht zu wünschen lässt, deshalb musste ein Freund mit dem Photoshop ein wenig nachhelfen. Ausserdem mag Elmar Streu- und Gegenlicht gar nicht, hier macht sich seine einfache Vergütung bemerkbar. Es legt sich schnell ein blauer Schleier (trotz Spätnachmittagssonne) übers Bild. Ist das der berühmte “Leica Glow”?

Elmar-04 Out of Cam

Allerdings hat dieser Look von Elmar auch seinen eigenen (morbiden?) Charme. Den Kontrast ein wenig verstärkt und die Tonwerte etwas angewärmt und Elmar macht auf einmal eine ganz gute Figur.

Elmar-05 Alter Charmeur

Als Fazit bleibt:

Elmar bereitet meiner Pen Spass. Sie freut sich den alten Silberling bei sich zu haben. Er passt locker in die zweite Jackentasche und liefert bei statischen Motiven, besonders in S/W sehr gute Bildergebnisse bei minimaler Nachbearbeitung.

Er wird ein guter väterlicher Freund werden, aber kein enger Lebenspartner, denn dazu ist das manuelle Fokussieren mit der Sucherlupe auf dem Display doch recht mühsam, freihand bei 180mm Kleinbild-Äquivalent. Hinzu kommt die sehr hohe Streulichtanfälligkeit.

Elmar-07 Die leere Bank II

Eigentlich gehört Elmar an eine echte Messucherkamera, doch leider ist mir diese digital noch zu teuer (Es sei denn jemand spendet eine Epson R-D1 oder eine M8) und analog macht das Fotografieren nur halb so viel Spass.

Elmar-06 Ein letztes Bild

Nachtrag: Elmar hat mich nun doch verlassen. Er musste einem Panasonic 45-200er Tele mit Autofocus weichen und lebt nun in Luxemburg.

Der Keks ist da!
Das Panasonic 20mm 1,7 an der Olympus Pen

Donnerstag, Oktober 15th, 2009

Am Dienstag kam endlich mein langerwarteter Keks, das Panasonic 20mm 1:1,7 Pancake. Ich bin dann gleich mal losgezogen und habe die hübsche kleine Optik ausprobiert. Dies geschah bei einem kleinem Spaziergang im Nieselregen über unseren “Alten Friedhof”.

Alter Fiedhof 1

Alle hier  gezeigten Bilder sind bei Offenblende entstanden und mich hat die Bildqualität dieses kleinen Objektivs wirklich überzeugt.

Alter Friedhof 02

Durch die grosse Öffnung ist es trotz des relativ kleinen Sensors bei Micro-Four-Thirds möglich  mit der Schärfentiefe zu spielen. Qualitativ ist das Objektiv uneingeschränkt offenblendtauglich (Wer dazu Zahlen will, der lese den Test bei dpreview.com).

 Alter Friedhoh 03

Der Autofokus bewegt sich geschwindigkeitsmässig zwischen dem Speed des Olympus Kit Zooms und der Geschwindigkeit des Panasonic 14-45gers an der E-P1.

Mein Fazit:
Diese kleine und feine Optik hat ihren festen Platz in meiner Fototasche, bzw. Jackentasche gefunden.

Alter Friedhof 04

Es werde Licht II:
Yashica Lynx 14 E mit Yashinon 45mm 1:1,4

Sonntag, August 9th, 2009

In den 60ger und auch in den 70ger Jahren waren Messucherkameras mit fest montierter Optik weit verbreitet. Canon fertigte die “Canonet”, Olympus die “RC 35″, Konica die “Auto” und Minolta die “High-Matic” Baureihe. Die besseren Exemplare dieser Klasse, hatten dabei lichtstarke Objektive mit Lichtstärken zwischen 1,7 und 2,0. Die Firma Yashica steigerte das noch und brachte die Lynx IC mit 45mm 1:1,4 Objektiv auf den Markt.

Lynx 1

Die gezeigte Lynx 14E gehört zur zweiten ab 1969 gebauten Serie und hat einen Copal Zentralverschluss mit Zeiten  von 1/1 (+B) bis 1/500 Sekunde. Ihr zentrales Element ist das mächtige Yashinon 45mm 1:1,4  mit 58mm Filtergewinde. Für die präzise Entfernungseinstellung besitzt sie einen Mischbildentfernungsmesser mit Paralaxenausgleich im Nahbereich. Die Belichtungsmessung erfolgt mit Hilfe einer CDS-Zelle über ein Messauge vorne am Gehäuse, und wird im Sucher als Über- oder Unterbelichtung angezeigt. Zeit und Blende müssen jeweils manuell eingestellt werden, die vollmechanische Kamera funktioniert auch ohne Batterien, lediglich auf die Belichtungsmessung muss man dann verzichten.

Wieder erwarten funktioniert bei diesem Exemplar nicht nur die Mechanik einwandfrei, sondern auch die Belichtungsmessung,  zumindestens noch genau genug für Negativfilme.

Lynx 2

Die komplett manuelle Einstellung - Zeit einstellen –> Belichtungsmessknopf drücken –> Blende einstellen –> Entfernung einstellen - , erzieht zum langsamen Fotografieren. Hinzu kommt der solide haptische Eindruck, den diese komplett aus Metall und Glas gefertigte Yashica macht. Ein Minuspunkt ist, wie bei allen Kameras dieser Art, der recht dunkle Sucher. Damit der magische Fleck für das Mischbild gut erkennbar ist wurde der gesamte Sucher recht dunkel gehalten.

Lynx Kirchheimer Strassenleben Kirchheimer Strassenleben

Kein Haar in der Suppe:
Tamron 28-300mm 3,5-5,6 XR DI VC

Dienstag, Mai 26th, 2009

Seit meinem Umstieg zur EOS 5D trauerte ich ein wenig meinem Suppenzoom, dem EFs 18-200mm 3,5-5,6 IS nach. Für das Vollformat gibt es neben dem (für mich unbezahlbaren) EF 28-300mm 3,5-5,6 L IS USM eigentlich nur ein vergleichbares Objektiv mit Verwackelungs-Verhüterli. Das ist das Tamron 28-300mm 3,5-5,6 XR DI VC zu einem Neupreis ab ca. 500 Euro. Schaut man im Internet, so liest man sehr divergierende Meinungen über diese Optik. Die einen sind begeistert, während die anderen von leergesaugten Akkus, defekten Objektiven und Fehlfokussen schreiben. Ich habe es trotzdem gewagt und bei einer neuwertigen gebrauchten Optik aus verlässlicher Quelle zugeschlagen.

Tamron 28-300VCTamron 28-300mm 3,5-5,6 XR DI VC

Heute kam dieses Objektiv nun an und ich habe erst mal einen Testspaziergang unternommen.  Zunächst beeindruckt natürlich der Brennweitenbereich:

Tamron 28-300@28mm

Hier sehen wir das Kirchheimer Rathaus mit dem Tamron bei 28mm Brennweite …

Tamron 28-300@300mm

… und hier bei 300mm Brennweite.

Vom Handling gefällt das Objektiv dabei recht gut. Der Zoomring ist groß und griffig und leicht leicht mit angemessenem Widerstand. Der Bereich zwischen 200 und 300mm ist allerdings sehr eng geraten. Aufgrund der Innenfokussierung erreicht die Optik, wie andere derartige Zooms auch, die 300mm Brennweite erst bei der Unendlichkeiteinstellung.  Auch der AF geht zwar hörbar aber ausreichend fix zur Sache. Der Zoom-Lock-Schalter um das selbständige Ausfahren des Rüssels zu verhindern liegt besser als beim EFs 18-200mm IS, braucht aber immer noch Fingernägel zum Verriegeln. Der Fokusring ist allerdings sehr schmal geraten und dreht sich beim Fokussieren mit, da heißt es dann Finger weg. Der Lieferumfang umfasst Objektiv und Gegenlichtblende und einen praktischen Snap-In-Frontdeckel, der auch bei aufgesetzter Geli problemlos auf- und abgesetzt werden kann.

Die Bildqualität scheint mir selbst bei Offenblende noch angemessen, dies bestätigt auch der 100% Ausschnitt aus obigem Bild. Es ist ein mit DPP und Schärfe 5 entwickeltes JPG, ansonsten unbearbeitet (Ja die 300er Festbrennweite mit dem rotem L drauf ist hier besser, kann aber leider auch nur 300mm!). Die Optik erreicht nicht ganz die Schärfe bis auf den letzten Pixel, sondern nur ca. 90%. Dies bedeutet aber an der EOS 5D Mk1, das problemlos noch Abzüge im A2 Format möglich sind.

Tamron 28-300 CropTamron 28-300 VC @300mm Blende 6,3 100% Ausschnitt

Beim Spazierengehen macht das Objektiv Spass, vor allem weil es mit eingefahrenem Rüssel recht unauffällig ist und eigentlich alle Brennweitenwünsche (bis auf das extreme Weitwinkel) abdeckt. Auch das Bokeh empfinde ich als recht angenehm.

Tamron 28-300VCTamron 28-300mm VC @ 300mm Blende 6,3

Mein Fazit: Ich habe für mich das praktische Immerdrauf gefunden, wenn es leicht sein soll auf der Schulter. Probleme ergaben sich bis jetzt keine, ein Test des VC im Bereich Air to Air wird folgen.

28-300 @300mmTamron 28-300mm VC@ 300mm Blende 8

Nachtrag: Auf dem Objektiv steht Macro, diese Bezeichnung hat durchaus ihre Berechtigung. Der hier gezeigte Schmetterling ist ein Ausschnitt von ca. 30% des Gesamtbildes.

28-300VC Macro Tamron 28-300mm 3,5-5,6 VC an EOS 5D
@ 300mm, Blende 7,1, 1/250 Sekunde

Schärfen(un)tiefe:
Das EF 50mm 1,4 USM bei Offenblende

Samstag, Mai 23rd, 2009

Heute Abend war ich auf einem schönen Abendessentreffen der Fotocommunity. Dabei entstanden im spärlichen Lampenlicht diese zwei Bilder mit dem EF 50mm 1,4 USM an der EOS 5D bei Offenblende und ISO1250.

FC-Portrat-2
Lass mal mitschauen …

 FC-Portrait
Brown Eye(s) …

Besonders das zweite Bild zeigt deutlich auf welchen geringen Bereich die Schärfentiefe bei Blende 1,4 am Vollformat schrumpft.  An einer typischen APS-C Kamera mit 1,5er oder 1,6er Cropfaktor hätte man die Blende für die gleiche Bildwirkung noch eine Stufe weiter öffnen müssen. Hier wäre also dann ein 35mm 1,0 Objektiv fällig gewesen.

Rund versus eckig:
Diagonal-Fisheye oder Superweitwinkel?

Mittwoch, Mai 20th, 2009

Immer wieder kommt die Frage auf, was denn nun besser sei, ein Fisheye Objektiv oder ein Superweitwinkel.
Hier nun meine Gedanken zum Charakter dieser beiden Objektivgattungen.

Das Fisheye:
Das Fisheye ist zunächst einmal unkorrigiert, deshalb sieht es eigentlich so wie unser Auge. Das heißt es es ist von der Projektion des Bildes her flächentreu, aber nicht winkeltreu. Alle gerade Linien, die nicht durch die Bildmitte führen werden beim Fisheye gebogen dargestellt. Aus diesem Grund wirken die Bilder aufgrund des grossen Bildwinkels verzerrt. Ein Diagonal Fisheye, welches das ganze Bild ohne schwarze Ränder ausleuchtet, hat am Kleinbild um die 15-16mm Brennweite und einen Bildwinkel von ca. 180 Grad über die Bilddiagonale gemessen.

Kirchheim Zenitar Zenitar 16mm Fisheye an EOS 5D

Dieser Fisheye-Effekt kann richtig eingesetzt die Bildwirkung verstärken, nutzt sich aber für den Betrachter, wenn man es übertreibt auch relativ schnell ab.

Das Superweitwinkel:
Als Superweitwinkel bezeichnet man am Kleinbildformat in der Regel Weitwinkelobjektive unter 20mm Brennweite, bei APS-C Digitalkameras beginnt dieser Bereich dann bei ca.  14-16 mm. Das Superweitwinkel ist korrigiert, das heißt es stellt gerade Linien auch als gerade Linien dar. Damit ist es winkel-, aber nicht flächentreu. Das wird besonders im Bereich der Bildränder deutlich, wo Flächen förmlich in die Breite gezogen werden. Die abgebildeten Dinge verlieren, wie hier die Billardkugel ihre gewohnte Form.

Superweitwinkel
Sigma 10-20mm Superweitwinkelzoom
@10mm an EOS 20D

In der Praxis eignen sich Superweitwinkel gut um die Weite der Landschaft darzustellen oder dramatisch Effekte zu erzielen.  Sie betonen stark den Vordergrund und die Tiefenstaffelung eines Bildes.

Der Bildwinkel:
Bei gleicher Brennweite hat das Fisheye einen grösseren Bildwinkel als ein korrigiertes Weitwinkelobjektiv. Hier zunächst das korrigierte Weitwinkelobjektiv am KB-Vollformat der EOS 5D:

Sigma 15mm Sigma 15-30mm @ 15mm an EOS 5D

Und nun zum Vergleich das 16mm Fisheye aus der gleichen Position:

Zenitar 16mm 1:2,8Zenitar 16mm an EOS 5D

Deutlich ist zu sehen, das das immerhin 1mm längere (was im extremen Weitwinkelbereich viel ist)  Zenitar dennoch einen wesentlich grösseren Bildwinkel besitzt als das Sigma Superweitwinkelzoom bei 15mm. Weiterhin sieht man gut, wie die eigentlich identischen Bilder durch die unterschiedliche Abbildung der Objektive einen ganz unterschiedlichen Charakter bekommen.

Mein persönliches Fazit:
Ich nutze beides gerne, das extreme Weitwinkel und dasDiagonal-Fisheye weil die Bildwirkung von beiden einen unterschiedlichen Charakter hat. Beides Objektivgattungen liefern ähnlich extreme Perspektiven, die man deshalb auch gezielt einsetzen muss, zum Beispiel um die Weite einer Landschaft zu betonen.

Für mich lautet deshalb die Devise:
Diagonal-Fisheye und Superweitwinkel in die Fototasche.

Eine runde Sache:
Das Zenitar 16mm 2,8 an der EOS 5D

Sonntag, Mai 17th, 2009

Vor vielen Jahren hatte ich schon einmal ein adaptiertes 16mm Zenitar Fisheye als günstiges  Weitwinkel an der EOS D60 eingestzt. An dieser entsprach es einem 24mm Objektiv an Kleinbild und der Fisheye Effekt war zwar sichtbar, aber doch nicht massiv ausgeprägt.

Zenitar an EOS D60EOS D60 mit Zenitar 16mm 2,8

Nun habe ich mit der EOS 5D eine Vollformatkamera im Hause und da ist das Zenitar eine preisgünstige Lösung für ein Diagonal-Fisheye. Es bietet in der Diagonale immerhin einen Bildwinkel von 180 Grad. Ich habe also ein gebrauchtes M42 Exemplar des Zenitars (es gibt das Objektiv auch mit fest montiertem EOS oder Nikon Bajonett) und den passenden M42 –> EOS-Adapter erworben.

Zenitar 16mm 1:2,8
Zenitar 16mm 1:2,8

Bei meinem Objektiv habe ich zunächst nach der Anleitung auf Gelbfilter.de die  Springblende deaktiviert. Weitere Arbeiten waren nicht nötig, da mein Exemplar auch bei der Fokussierung auf Unendlich keinen Kontakt mit dem Spiegel der 5D bekommt.
Mechanisch ist dieses im Verhältnis zu AF-Optiken kleine Objektiv aus Metall und Glas übrigens gut verarbeitet, vergleichbar den klassichen MF-Linsen von Minolta, Canon, Nikon oder Konica. Seine geringe Größe sichert dem Zenitar den Platz in der Jackentasche beim Spaziergang.

Der Kirchheimer Mark mit dem ZenitarEOS 5D mit Zenitar 16mm @ Blende 8

Ich habe die Optik dann erst einmal in die Kirchheimer Innenstadt mitgenommen. Das Ergebnis sah so aus, das bei Blende 8 an der 5D das Objektiv eine gute Schärfe bis auf Pixelebene herunter im Zentrum und auf ca. 80% der Bildfläche lieferte. Nur die Ecken bleiben auch bei dieser Blende etwas matschig, was aber in der Praxis bei den meisten Bildern nicht auffällt.

Die Kirchheimer MartinskircheDie Kirchheimer Martinskirche

Das manulle Fokussieren finde ich bei der Brennweite und den daraus resultierenden großem Schärfentiefebereich absolut unproblematisch, zumal am Vollformat der Sucher ja gross und ausreichend hell ist.
Bei der Belichtungsmessung arbeite ich im AV-Modus (Blendenvorwahl) mit Arbeitsblende und mittenbetonter Integralmessung als Messmothode. Wenn man minus 1 Blende Belichtungskorrektur verwendet, dann passen die Ergebnisse an meiner EOS 5D perfekt.

Die Orgel der Kirchheimer MartinskircheDie Orgel der Kirchheimer Martinskirche
EOS 5D mit Zenitar 16mm @ Blende 5,6

Im Unterschied zu dem Exemplar, welches ich vor 5 Jahren hatte zeigt mein jetztiges Objektiv kaum störende CAs. Die Optik neigt allerdings zu Überstrahlungen an sehr harten Kontrasten, sie wird da einfach etwas weich. Positiv ist auch zu erwähnen, das der Objektivdeckel geändert wurde, er rastet nun ein, früher war es eine zu locker sitzende Kappe.

Grosstadtdschungel
“Stadtdschungel” beim Kirchheimer Finanzamt

Mein Fazit:
Das 16mm Zenitar ist an der EOS 5D ein wunderschöne kompakte Spaßlinse zum immer dabeihaben. Als Fisheye ist sie kein Ersatz für ein korrigiertes Weitwinkel (es sei denn man will jedes Bild Geraderechnen), sondern eher eine Nischenoptik. Bei einem Neupreis ab 150 Euro und Gebrauchtpreisen um die 100 Euro (wenn man etwas Geduld hat) ist das Zenitar am Vollformat eine schöne Abrundung der Fotoausrüstung im Weitwinkelbereich um das Eckige rund zu machen. Ich freue mich schon auf seinen Einsatz bei Luftaufnahmen um den Horizont zu verbiegen. Kein “must have”, aber ein “very nice to have” zum günstigem Preis.

PS: So sieht es aus, wenn Dir die Beste aller Lebensgefährtinnen, die Kamera aus der Hand nimmt und versucht die Optik an deiner Nase anzudocken.

Krohmie Zenitar

Bei Blende 2,8 sind da die Augen scharf, Nasenspitze und Hintergrund verschwinden schon wieder in der Unschärfe. Ja und das da oben links ist ein Finger. Die eigenen Finger, Füsse und Kameragurte verirren sich beim Zenitar gerne mal ins Bild.

Stadtspaziergang
mit der EOS 5D und dem EF 50mm 1,4 USM

Donnerstag, Mai 14th, 2009

Portrait Annett
Canon EOS 5D mit EF 50mm 1,4 USM,
1/640 Sekunde, Blende 5,6

Zusammen mit dem 50ger ergibt die EOS 5D ohne Batteriegriff an der Handschlaufe eine schöne Kombi für die Strassenfotografie. Kamera und Objektiv sind angenehm leicht und zugleich so klein, das sie unaufdringlich wirken. Mit dem Bildwinkel der 50mm Optik, welcher etwa dem des menschlichen Auges entspricht, ist man mitten im Geschehen. Der Ultraschall Micromotor des 50mm 1,4 ermöglicht ein leises und schnelles Scharfstellen.

Man muss die Motive nur noch sehen, sie bieten sich an …

Giesskannenfrau
Canon EOS 5D mit EF 50mm 1,4 USM,
1/400 Sekunde, Blende 2,0