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Die Olympus E-P1 Pen:
Not a compact. Not an SLR. It´s a PEN.

Posted by : krohmie | On : 24.8.2009

Irgendwie wurde mir die 5D als „Immerdabeikamera“ etwas zu schwer. Meine Frau beschwerte sich auch schon über den „Eumel“ mit Handschlaufe an der rechten Hand.

Da kam die neue Olympus Pen gerade recht. Ein kleines Gehäuse mit verhältnismässig grossem Sensor und vernünftiger Bildqualität. Mit dem Kitzoom ist sie  gut in/an einer Hand zu tragen. Dank Wechselobjektiven kann man sie an seine fotografischen Bedürfnisse anpassen.

Pen-1Olympus Pen bei Photo Schneider in Kirchheim im Schaufenster

Nun habe ich diese kleine Kamera seit ca. 2 Wochen und möchte hier meinen Ersteindruck kundtun:

Positiv:

  • Sehr gute Bildqualität direkt aus der Kamera: Wenn man die Kamera umstellt auf JPG SF (Superfine) so liefert sie direkt aus der Kamera Bilder mit feinster Farbabstimmung und sehr guter Dynamik. Die Farbwieder gabe erinnert mich hierbei an die gute alte EOS D60. Die beste Dynamik hat sie übrigens bei ISO 200, Empfindlichkeiten darunter werden mit einer Einschränkung des Dynamikumfanges erkauft.
  • Der Sensor im Four Thirds Format bietet (beschränkte) Freistellungsmöglichkeiten: Man hat gemessen am Vollformat eine Schärfentiefe wie 2 Stufen weiter abgeblendet.
  • Umfangreiche automatische und manuelle Einstellmöglichkeiten: Diese Kamera hat (fast) alles, was das Fotografenherz begehrt. Man kann über die Individualeinstellungen und Bildstile die Kamera an die eigenen fotografischen Gewohnheiten anpassen.
  • Gute Bedienbarkeit: Die Menues sind auch für mich als „Canoniker“ leicht erfassbar und übersichtlich gestaltet. Durch die zwei Wahlräder kann manEinstellungen ähnlich flexibel gestalten wie bei einer ein- oder zweistelligen EOS. Das heisst, man muss im fotografischen Alltag nur selten während des Fotografierens in die Menues hinein.

Biene auf BlüteBlüte im Garten der FBS

  • Insgesamt sehr gute und wertige Verarbeitung: Die Olympus E-P1 hat eine gute Haptik und ist solide verarbeitet. Nicht nur das Design erinnert bewuss an die PenF Halbformat-SLR,  auch die Haptik des Gehäuses mit seiner Metallverkleidung lässt das Gefühl aufkommen eine Kamera aus jenen Zeiten der Solidität in der Hand zu halten.
  • Eine gute Bildqualität des Kitzooms: Das mitgelieferte M.Zuiko 14-42mm 3,5-5,6 liefert eine gute Bildqualität und erreicht bis auf minimale Schwächen zwischen 35 und 42mm Schärfe bis hinunter auf Pixelbene schon bei Offenblende.
  • Videofunktionen: Die Pen bietet die Möglichkeit Videos in HD-Qualität (nur 720P) aufzunehmen. Hier empfiehlt es sich aber auch auf die Panasonic Optiken auszuweichen, da sich sonst die Geräusche des AFs störend im Video bemerkbar machen.
  • SD Speicherkarten: Olympus hat glücklicherweise der Pen einen normalen SD Kartenschacht spendiert und nicht das proprietäre XD Format.

Alte Fabrik in Bad Urach Stillgelegte Fabrik in Bad Urach

 Negativ:

  • Die Pen ist keine DSLR: Das heisst sie hat keinen Sucher. Sie ist aber auch keine Messsucherkamera. Man arbeitet, wie bei einer Kompaktkamera direkt und nur mit dem eingebauten Display. Dieses ist insgesamt sehr gut nutzbar, auch im Hellen (aber eben doch nicht bei direkter Sonneneinstrahlung). Die Auflösung empfinde ich als vollkommen ausreichend, würde mir aber zumindestens für die Standardbrennweiten  einen eingebauten kleinen „Notsucher“ wünschen.
  • Der Autofokus: Die Pen arbeitet mit einem Kontrast-AF wie die meisten Kompaktkameras. Dieser ist gemessen an einer DSLR mit Phasen-AF langsam und pendelt systembedingt einmal um den Schärfepunkt herum. Der von Olympus angebotene C-AF (kontinuierlicher AF für bewegte Objekte) ist so gut wie gar nicht zu gebrauchen, der normale AF ist für die meisten Objekte mit dem Kitzoom schnell genug, aber nichts für Sport und Action. Etwas besser wird es, wenn man die Olympus Optik durch das Panasonic 14-45er Kitzoom ersetzt. Dieses fokussiert wesentlich schneller, braucht aber durch den OIS im Objektiv immer (auch bei abgeschaltetem Verwacklungsverhüterli) mehr Strom. Hier bleibt nur die Hoffnung auf ein Firmwareupdate von Olympus.
  • Die Akkulaufzeit: Sie entspricht eher einer Kompaktkamera als eine SLR. Da Display und Sensor für die Bildwiedergabe benutzt werden ist das auch folgerichtig. Ich habe die Displaybeleuchtung auf die FN-Taste programmiert und kann so die Kamera zumindestens stromsparend in Bereitschaft haben, ohne sie ganz ausschalten zu müssen.

Ast Erste Zeichen des Herbstes

  • Das Hauptwahlrad: Dieses Rad über dem Steuerkreuz ist sehr leichtgängig und man verstellt es leicht versehentlich.
  • Die Haptik des Kitzooms: Das Entriegeln und den ausfahrenden Rüssel des Kitzooms, fand ich gar widerlich. Diese billig anmutende Haptik passt so gar nicht zu Qualität des Gehäuses. Zusammen mit dem langsamen AF war das der Grund, weshalb ich das optisch gute Kitzoom gegen das Panasonic Pendant von der G1 getauscht habe. Dieses ist zwar grösser, aber haptisch wertvoller, im AF schneller und hat eine Streulichtblende.
  • Keine AF-Confirm Möglichkeit beim Einsatz manueller Optiken: Schade, denn mit einem Aufstecksucher wäre die Pen prädestiniert für die Adaption manueller Optiken, da mechanisch fast jedes Bajonett an Micro Four Thirds adaptierbar ist (inklusive Leica M). Leider fehlt diese Möglichkeit. Hier hat Olympus eine Chance vertan, dieser nicht gerade billigen Kamera einen Zusatznutzen zu verpassen.

Abgestellt und vergessen

Vergessener Magirus LKW in einem Kirchheimer Hinterhof

Fazit:

Aufgrund ihrer Wertigkeit, der sehr guten Bildqualität und ihre Kleinheit ist die Olympus E-P1 Pen mit dem Panasonic 14-45ger Objektiv zu meinem neuem Alltagsbegleiter geworden. Sie ist die „Immerdabeikamera“ neben der grossen Spiegelreflex. Mit ihren Schwächen kann ich leben, bedauere aber das die Pen wegen des langsamen AFs nur beschränkt für die Streetfotografie geeignet ist.

Nachtrag (24.8.09): Die Pen ist leider nicht wirklich dauerbetriebsfest. Beim heutigen 3 stündigen Nonstopeinsatz auf einer Baustelle hatte ich 2 mal die Warnung, das der Sensor zu warm würde und die Kamera brauchte jeweils eine 5 minütige Auszeit. Zugegeben es hatte etwas über 30 Grad im Schatten und ich war in der Sonne unterwegs, aber schön ist das dennoch nicht.  Das kann aber auch an der erhöhten Stronaufnahmedurch den Stabilisator des Panasonic Kitzooms liegen.

Nachtrag 2 (18.09.2009): Die Batterieproblematik hängt auch mit an der Panasonic Kitoptik, die ich nutze. Der Panasonic OIS Bildstabilisator zieht auch, wenn er abgeschaltet ist Strom.

Wehr an der LauterWehr an der Lauter in Kirchheim

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